Für eine Welt ohne Atomstrom

15
Okt 2011

„Save as WWF – Save a Tree“

Klimaschutz, Öko-Tipp, Technik

Etwa 13 Millionen Hektar Wald verlieren wir jedes Jahr. Eine der Ursachen dafür: Papier. Ungefähr 235 kg verbraucht jeder Deutsche davon im Jahr, damit halten wir einen der Spitzenplätze beim weltweiten Papierverbrauch. Fast jeder zweite industriell gefällte Baum wird zu Papier verarbeitet – höchste Zeit also, sich Gedanken über einen bewussteren Umgang mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten zu machen. Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt.

Auch der WWF hat sich den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen auf die Fahnen geschrieben, und das nicht erst seit gestern: Mit der „Think before you print“-Kampagne ruft der WWF bereits seit Jahren dazu auf, unnötige Ausdrucke zu vermeiden und dadurch den Papierverbrauch zu senken. Etwa 6% aller am Arbeitsplatz gedruckten Dokumente landen ohnehin ungelesen im Papierkorb. Das allein sollte bereits Anlass zum Nach- und Umdenken geben. Spätestens wenn wir uns dann noch vor Augen führen, dass die ungelesenen Ausdrucke mit 10 Milliarden Kilowattstunden Strom und mehr als 655.000 Tonnen CO2-Emissionen zu Buche schlagen (Ergebnisse einer auf der WWF-Seite zitierten Studie), sollte  jedem klar werden: Wir müssen handeln, und zwar gleich!


Gemeinsam mit der Werbeagentur Jung von Matt hat der WWF Deutschland daher ein neues grünes Dateiformat entwickelt, das WWF-Format. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein ganz normales PDF-Format, allerdings mit einem bedeutenden Unterschied: Ein wesentlicher Bestandteil des normalen Funktionsumfangs, die Druckfunktion, wurde gestrichen. Ein im WWF-Format gespeichertes Dokument kann zwar mit jedem PDF-Programm geöffnet werden, es  lässt sich jedoch nicht ausdrucken. Nach der Installation der Software (kostenloser Download für Windows und Mac unter www.saveaswwf.de) erscheint der Zusatz „Save as WWF“ im Druckermenü, jeder kann also in Zukunft selbst entscheiden, ob ein Dokument gedruckt werden soll oder nicht.

Das neue Dateiformat unterstützt die „Think before you print“-Kampagne und könnte ein erster wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit im Büro sein. Es spart Papier – und somit auch Geld – und schützt die Bäume. „Save as WWF – Save a Tree“ – so lautet das Motto der im Dezember 2010 gestarteten Aktion. Allein in den ersten zwei Monaten hat der WWF über 25.000 Downloads und rund 175.000 Unique-Besucher der Kampagnenseite verzeichnet. Die Zahl der Facebook Freunde war innerhalb weniger Wochen auf über 10.000 gestiegen. Damit sich das Format weiter verbreitet, wird jedem WWF-Dokument als letzte Seite eine Kampagnenseite angefügt. Sie informiert den Leser in mehreren Sprachen über den Gedanken des grünen Formats. Zusätzlich bietet der WWF den Nutzern die Möglichkeit, einen „Save as WWF“-Button auf ihrer Webseite zu integrieren und dadurch zur weiteren Verbreitung der Idee beizutragen.

Die Idee selbst ist allerdings nicht grundsätzlich neu. Auch andere Programme bieten Möglichkeiten um das Ausdrucken von Dokumenten zu verhindern. Der große Unterschied zwischen diesen Programmen und dem WWF-Format dürfte allerdings die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sein – dafür hat der WWF erfolgreich gesorgt. Die Frage nach der Praxistauglichkeit des WWF-Formats ist schwer zu beurteilen. Aber einzig und allein die Tatsache, dass die Nutzer zum Überlegen angeregt werden, ist bereits ein großer Erfolg. „Save as WWF, Save a Tree!“ 

 

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