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Mrz 2011
Die Maya sind eine der ältesten Kulturen, von deren Existenz wir wissen. Sie hatten, so glauben wir, beeindruckende Kenntnisse in Bezug auf Astronomie und Mathematik, schienen Berechnungen anstellen zu können, die entgegen jeglicher Entwicklung der Menschheit zu diesem Zeitpunkt standen. Abgeleitet wird die Bezeichnung „Maya“ vom heutigen Begriff Mais, für dessen vielfältigen Anbau die Maya ebenfalls bekannt sind und weshalb wir sie heute als „Die sich vom Mais Ernährenden“ bezeichnen. Zwar ist die Hochkultur der Maya bereits seit gut einem halben Jahrtausend beendet, der Mais, so eine aktuelle Studie, gelangt aber zu neuem Ruhm. Nicht in Mexiko, seinem Herkunftsland, sondern hierzulande.
Wie die Umweltorganisation WWF jetzt bekannt gab, hat sich die Anbaufläche für Mais in den letzten fünf Jahren auf 600.000 Hektar beinahe verzehnfacht. Dies lässt sich vorrangig damit erklären, dass der Staat im Zuge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Strom aus Biogas fördert, somit also auch der Energiemais mehr und mehr vom Boom profitiert. Warum das letztlich gar nicht so von Vorteil ist, zeigen Zahlen, die deutlich belegen, dass die Maisproduktion für die gesteigerte Belastung der Gewässer, das Schwinden der Artenvielfalt und die Abtragung wertvollen Mutterbodens verantwortlich ist. Die alleinige Schuld für eine übermäßige Produktion an Mais möchte die Biogasindustrie jedoch nicht tragen, schiebt sie den schwarzen Peter doch vor allem der Masttierhaltung und deren Fütterung zu. So oder so muss diese Entwicklung, vor allem die Regelung von Zuschüssen, neu überdacht werden, wie auch Agrarministerin Ilse Aigner jetzt bemerkte. Passiert nichts, erobert der Mais ganz Deutschland – vielleicht ist das ja die Chance für eine neue Mayakultur.