Für eine Welt ohne Atomstrom

8
Jul 2011

Teurer Atomausstieg: Steigende Energiepreise oder nur heiße Luft?

Klimaschutz aktuell, Zukunft

Der von der Regierung beschlossene Atomausstieg beantwortet die vielen Bürgern wichtige Frage, ab wann die deutschen Atomkraftwerke ihren Betrieb einstellen werden. Im Jahr 2022 soll es spätestens so weit sein, das ist beschlossene Sache. Doch dieser Entschluss zieht einige Fragen nach sich, die Politik, Wirtschaft und die Bürger beschäftigen.

Schreckensvisionen, nach denen Strom für Privatkunden und Industrie unbezahlbar wird, rauschen durch den Webseitenwald und die Presselandschaft. Fest steht bis jetzt nur, das die acht Atommeiler Krümmel, Biblis A und B, Brunsbüttel, Unterweser, Philippsburg 1, Neckarwestheim 1 und Isar 1 nicht mehr ans Netz gehen sollen und die restlichen neun Kraftwerke noch elf Jahre lang weiterproduzieren sollen. Einen sofortigen Ausstieg, der klaffende Energieversorgungslücken schlägt, wird es nicht geben.

Sicher ist auch, dass die von Atomkraftwerken produzierte Strommenge durch andere Energiequellen ersetzt werden muss. Dass dies mit Investitionen verbunden ist, dürfte klar sein – Kraftwerke, egal welcher Bauart, greifen auf teure Technik zurück, müssen von Spezialisten bedient und regelmäßig gewartet werden. Das alles kostet Geld, doch wer zahlt die Zeche am Ende: Werden die Kosten an den Endverbraucher mit der Begründung „An der Energiewende müssen sich alle Beteiligen“ weitergereicht?

Erste Studien geben Antwort

Auch die Frage, ob es zu Strompreiserhöhungen kommen wird und wie stark diese ausfallen werden, ist von vielen Faktoren abhängig. Eine davon sind politische Entscheidungen, wie etwa Stromerhöhungen um den Netzausbau voranzutreiben. Eine andere Einflussgröße, wäre eine gleichbleibend starke oder steigende Nachfrage an Strom, der ein unzureichendes Energiengebot gegenüber steht. Gemäß den Gesetzen des Marktes, würden die Preise dann steigen. Das renommierte Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt & Energie kommt in einer von der Landesregierung NRW in Auftrag gegebenen Studie zu dem Ergebnis, dass der realistische Anstieg des Strompreises wegen des Ausstiegs aus der Kernenergie zwischen 0,5 bis 1 Cent pro Kilowattstunde betragen würde. Für den Durchschnittsfamilienhaushalt mit 4.000 kWh Verbrauch bedeutet das in etwa eine finanzielle Mehrbelastung von 50 € jährlich.

Ein Gutachten, dass die grüne Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hat kommt zu einem anderen, für den Verbraucher günstigeren Ergebnissen: Eine Erhöhung der Strompreise wegen der  Abschaltung der Atomkraftwerke sei nicht gerechtfertigt und auch nicht notwendig. Preiserhöhende und –senkende Faktoren würden sich sich fast vollständig aufheben. Für die von den großen Stromversorgern prognostizierten höheren Preise gibt es keine belastbare Argumente, zumal es in Deutschland erhebliche Überkapazitäten gibt und deutscher Strom exportiert wird. Mittelfristig seien moderate Preisanpassungen, die sich im Rahmen 0,3 Cent pro Kilowattstunde bewegen würden aber anzunehmen.

Angebot und Nachfrage

Als nach dem Reaktorunglück von Fukushima im März das dreimonatige Atommoratorium in Kraft trat, haben die Märkte prompt reagiert. An der Strombörse ist der Preis für Strom-Futures um ein Zehntel gestiegen – und seit dem nicht mehr gefallen. Auch das Bundeskartellamt sieht die Verantwortung hierfür aber beim Markt.  Ach ja, der Markt…von dem hört man ja immer wieder mal was, wer war das noch gleich? Angebot und Nachfrage, Verkäufer und Käufer – also auch Sie und wir.

Mündige, kritische Verbraucher haben nämlich auch ein Wörtchen mitzureden: Es gilt sich in Erinnerung zu rufen, dass nur die marktbeherrschenden „großen vier“ Energieunternehmen Atomstrom im Portfolio hatten und sich nun überlegen müssen, womit sie diesen in Zukunft ersetzen sollen. Alle anderen Stromversorger stehen nicht unter Druck ihre Preise zu erhöhen um Neuinvestitionen gegenzufinanzieren – wir von GrünHausEnergie z.B. bieten Ihnen weiterhin beim Abschluss von Versorgungsverträgen eine Preisgarantie von 24 Monaten!

1 Kommentar
  1. Bernd
    Aug 03, 2011

    Hallo! Ihr Artikel fasst die Entwicklungen auf dem Strommarkt meiner Meinung nach sehr gut zusammen. Ich glaube auch, dass die Energiepreise wegen des Atomausstiegs in den kommenden Monaten steigen werden, wenn auch nicht gerechtfertigt. Für die Energieversorger ist der Atomausstieg doch eine guter Anlass zur Erhöhung der Preise. Für uns Verbraucher ist da nach meiner Ansicht die einzige Möglichkeit, zu einem alternativen Versorger zu wechseln, zum Beispiel zu einem Ökostrom-Versorger. Auf dem Vergleichsportal http://www.steckdose.de/ kann man zum Beispiel gezielt nach Ökostromanbietern suchen, wie ich gesehen habe.

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