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Mrz 2011
An sich ist der so genannte Biodiesel eine gute Errungenschaft, löst er doch den nicht gerade umweltfreundlichen Rohstoff Öl ab und sorgt zudem für eine günstigere Variante. So scheint es kaum ein Wunder zu sein, dass mehr und mehr Menschen sich für den aus Palmöl produzierten Biodiesel entscheiden. Neben den europäischen Staaten setzen vor allem China und Indien auf den günstigeren und zudem umweltfreundlicheren Kraftstoff und sind gewillt dies in Zukunft noch verstärkt zu tun. Doch was ist, wenn der eigentlich als umweltfreundlich einzuschätzende Kraftstoff durch seine Produktion gar nicht so umweltfreundlich daherkommt?
Die Produktion ist nämlich äußert platzzehrend. So wurden in den vergangenen Jahren bereits mehr als neun Millionen Hektar Regenwald gerodet, um Palmölplantagen anzubauen. Dass die Abholzung des Regenwaldes allein schon ein verheerender Eingriff in zahlreiche Ökosysteme ist, sollte klar sein, doch kommt noch hinzu, dass die Regierung speziell in Indonesien, dem am meisten betroffenen Land, damit auch Millionen Menschen die Lebensgrundlage nimmt, denn durch fehlende Aufforstung sind viele abgeholzte Flächen für die Kleinbauern nicht mehr nutzbar. Resultat ist, dass sich vermehrt Kleinbauern und Ureinwohner darüber beschweren und es schon zu einigen, teilweise auch härteren Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kam.
Zwar hat die Regierung in den vergangenen Jahren ein Gesetz entwickelt, das die wesentlichen Anbauformalien für Palmölplantagen regulieren und somit für einen Ausgleich von Industrie und Normalverbrauchern sorgen soll, die Realität zeigt aber ein ganz anderes Bild. Denn in Wirklichkeit drückt man des Öfteren die Augen zu, wenn die Regularien nicht ganz eingehalten werden, was den Unmut nicht gerade mindert. So stellt sich die Frage, wie Indonesien den Spagat zwischen der Wahrung der Menschenrechte und einem der mittlerweile lukrativsten Wirtschaftssektoren schaffen will – eine Lösung, von der beide Seiten profitieren, ist bisher nicht wirklich erkennbar.