Für eine Welt ohne Atomstrom

28
Sep 2011

Das Münchener Oktoberfest – Ökologische Aspekte einer Großveranstaltung

Bio, Verantwortung

Eine Wiese ist grün, da besteht kein Zweifel. Aber die Münchener Wiesn als Veranstaltung mit ökologischer Komponente? Angesichts der unzähligen Glühbirnen, der zahlreichen Fahrgeschäfte und der fleischlastigen Schlemmertempel haben wir da berechtigte Vorbehalte. Lässt sich das größte Volksfest der Welt wirklich mit Begriffen wie Ökologie und Nachhaltigkeit in Einklang bringen? Wir haben recherchiert – und dabei tatsächlich die ökologische Seite der Wiesn entdeckt.
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28
Mrz 2011

Bewusste Ernährung dank Bio-Lebensmitteln

Bio, Produkt-Tipp

Der Mensch basiert auf der Erhaltung seiner Gesundheit. Sie ist das, was uns gegeben wurde, damit wir funktionieren, und sie ist letztlich das, was wir am meisten umsorgen sollten. Noch mehr als unsere Liebschaften, noch mehr als Vorlieben und Hobbies. Der Mensch ist aber auch ein Wesen, das sich durch einen gesunden Appetit auszeichnet, das wählerisch in Bezug auf seine Nahrung ist, selektiert und sagt, was er oder sie nicht möchte. So besteht für diejenigen, die begriffen haben, dass ihr Körper und ihre Gesundheit zu wahren sind indem sie auf ihre Ernährung achten, eine gesunde Ernährungsvariante – Bio-Lebensmittel liefern hierfür die Grundlage.

Im Zuge der 60er- und 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts ist es zu einer wahren Naturkostbewegung auf deutschem Boden gekommen. Anfang der Siebziger wurden in Berlin, Münster und Hamburg erste Naturkostläden eröffnet, Ende der Siebziger waren es schon deren einhundert in Deutschland. Mitte der Achtziger gab es bereits gut 2000 Produzenten von Bio-Lebensmitteln, die Tendenz stieg und steigt weiter. Dank einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2007 sind Produkte, die wirklich ökologisch produziert worden sind, nun auch als solche gekennzeichnet. Die EU hat also dem Missbrauch des Wortes „Bio“ entgegengewirkt und so gewisse Richtlinien vorgegeben. So müssen Produkte, die heute als Bio-Produkte ausgewiesen sind, genmanipulationsfrei und ohne Einsatz von Pestiziden, Abwasserschlamm oder Kunstdünger angebaut sein. Tiere, deren Produkte angeboten werden, dürfen nicht mit Antibiotika oder speziellen Wachstumshormonen behandelt worden sein und auch die Lebensmittelzusatzstoffe müssen sich in Grenzen halten. Klar, dass Bio-Lebensmittel so weniger gesundheitsgefährdende Pestizidrückstände und Schadstoffe aufweisen und damit unserer Gesundheit etwas Gutes tun.

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25
Mrz 2011

Biowolle – Gesundes Material auf der Haut

Bio, Öko-Tipp, Produkt-Tipp

In Zeiten, in denen die unterschiedlichsten chemisch geschaffenen Textilien den Markt erklimmen, scheint der Bedarf an einem wirklichen Naturprodukt aus dem Begehren der Menschen nach etwas, das nicht dem Labor entstammt oder durch dieses beeinflusst wurde, emporzuspringen. Doch, und dem sollte man sich bewusst sein, nur weil auf einem Produkt steht, dass es zu 100% aus Wolle besteht, heißt das nicht einmal im entferntesten Sinne, es sei ein hochqualitatives Naturprodukt. Entscheidend für die natürliche Qualität ist vielmehr die Herkunft und spätere Behandlung der Wolle.

So beginnt die Produktion der Biowolle schon bei der Haltung der Produktlieferanten, der Schafe. Organisch gedüngte Naturweiden und keinerlei Verwendung von Antibiotika sind das A und O für natürliche Wolle. Zudem sollte eine gewisse schadstofffreie Nachbehandlung der Wolle gegeben sein, denn häufig sind es Chemikalien, die sich als Rückstände auf der Kleidung feststellen lassen und  Hautreizungen auslösen können. Demnach darf die Rohwolle nur mit milden und vor allem biologisch abbaubaren Substanzen gewaschen werden, damit sie das Prädikat Biowolle erhält. So bleibt Lanolin, das natürliche Wollfett, bestehen. Abschließend wird bei der Färbung darauf geachtet, dass nur Pflanzenfarben verwendet werden. Insektizide, wie sie bei der herkömmlichen Wolle zur Verhinderung von Mottenbefall gespritzt werden, dürfen bei Biowolle selbstverständlich nicht genutzt werden.

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11
Mrz 2011

E10 ist schon out bevor es überhaupt in ist

Bio, Umwelt, Verantwortung

Eigentlich galt der neue E10-Biokraftstoff als Wunderheilmittel für unsere stete Umweltbelastung, die Millionen von Menschen, die Millionen von Auto fahrern so täglich zu verschulden haben, doch irgendwie ist alles ein wenig danebengegangen. Denn obwohl E10 gut acht Cent billiger ist als zum Beispiel Super Plus und mittlerweile an rund 15.000 deutschen Tankstellen gezapft werden kann, bleiben die Tanksäulen zumeist ungenutzt. Eigentlich sollte E10 eine gute Sache auf dem Weg zu einer ökologischen Welt werden. Aber eigentlich ist nicht die Wirklichkeit. Diese zeigt sich momentan im vorsichtigen Umgang der deutschen Autofahrer mit der scheinbar billigeren und umweltfreundlicheren Variante.

So geht der Tonus mittlerweile dahin, dass sich die Tankstellenbesitzer des Landes vehement gegen das Wunderheilmittel E10 aussprechen, nicht weil sie nicht ökologisch denken, sondern weil ihnen einfach niemand die Ware abnimmt. Die Deutschen distanzieren sich vom Kraftstoff und schwören stattdessen weiterhin auf die konservative Art des Betankens. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand und selbstverständlich in der Natur des Menschen, der selten etwas ihm Unbekanntes versucht. Generell steht E10 zwar für umweltfreundlichen Kraftstoff, aber eben auch für weniger Leistung. Zudem haben viele Autofahrer Angst, dass der neue Biosprit Gift für ihren Motor sei. Zwar handelt es sich hierbei um einen Trugschluss, denn rund 93% der auf deutschen Straßen fahrenden sowie 99% der in Deutschland hergestellten Autos sind definitiv geeignet für E10. So wirklich von E10 können wir aber gar nicht sprechen, denn der von der EU vorgegebene Ethanolanteil liegt nicht bei 10, sondern in der Regel bei 5-6 % – Betrug also. Noch ein anderes Kapitel wird leicht unter den Tisch gekehrt, denn für den Anbau sinken die Umweltbelastungen nicht, sie steigen. Energiepflanzenanbau führt zu Monokulturen, massivem Düngemitteleinsatz und Klimaschädigung. Von der benötigten Ackerfläche, die somit nicht für den Futtermittelanbau genutzt werden kann, will man gar nicht erst sprechen. Was bleibt, ist definitiv ein böser Beigeschmack und die Tendenz, dass E10 oder E5 alles in allem nicht das ist, für das es ursprünglich gehalten wurde: eine ökologische Alternative zum konservativen Kraftstoff.

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10
Mrz 2011

Wie Mais das Land erobert

Bio, Umwelt

Die Maya sind eine der ältesten Kulturen, von deren Existenz wir wissen. Sie hatten, so  glauben wir, beeindruckende Kenntnisse in Bezug auf Astronomie und Mathematik, schienen Berechnungen anstellen zu können, die entgegen jeglicher Entwicklung der Menschheit zu diesem Zeitpunkt standen. Abgeleitet wird die Bezeichnung „Maya“ vom heutigen Begriff Mais, für dessen vielfältigen Anbau die Maya ebenfalls bekannt sind und weshalb wir sie heute als „Die sich vom Mais Ernährenden“ bezeichnen. Zwar ist die Hochkultur der Maya bereits seit gut einem halben Jahrtausend beendet, der Mais, so eine aktuelle Studie, gelangt aber zu neuem Ruhm. Nicht in Mexiko, seinem Herkunftsland, sondern hierzulande.

Wie die Umweltorganisation WWF jetzt bekannt gab, hat sich die Anbaufläche für Mais in den letzten fünf Jahren auf 600.000 Hektar beinahe verzehnfacht. Dies lässt sich vorrangig damit erklären, dass der Staat im Zuge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Strom aus Biogas fördert, somit also auch der Energiemais mehr und mehr vom Boom profitiert. Warum das letztlich gar nicht so von Vorteil ist, zeigen Zahlen, die deutlich belegen, dass die Maisproduktion für die gesteigerte Belastung der Gewässer, das Schwinden der Artenvielfalt und die Abtragung wertvollen Mutterbodens verantwortlich ist. Die alleinige Schuld für eine übermäßige Produktion an Mais möchte die Biogasindustrie jedoch nicht tragen, schiebt sie den schwarzen Peter doch vor allem der Masttierhaltung und deren Fütterung zu. So oder so muss diese Entwicklung, vor allem die Regelung von Zuschüssen, neu überdacht werden, wie auch Agrarministerin Ilse Aigner jetzt bemerkte. Passiert nichts, erobert der Mais ganz Deutschland – vielleicht ist das ja die Chance für eine neue Mayakultur.

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4
Mrz 2011

Palmöl – Wenn ein Boom zur Bedrohung wird

Bio, Umwelt, Verantwortung

An sich ist der so genannte Biodiesel eine gute Errungenschaft, löst er doch den nicht gerade umweltfreundlichen Rohstoff Öl ab und sorgt zudem für eine günstigere Variante. So scheint es kaum ein Wunder zu sein, dass mehr und mehr Menschen sich für den aus Palmöl produzierten Biodiesel entscheiden. Neben den europäischen Staaten setzen vor allem China und Indien auf den günstigeren und zudem umweltfreundlicheren Kraftstoff und sind gewillt dies in Zukunft noch verstärkt zu tun. Doch was ist, wenn der eigentlich als umweltfreundlich einzuschätzende Kraftstoff durch seine Produktion gar nicht so umweltfreundlich daherkommt?

Die Produktion ist nämlich äußert platzzehrend. So wurden in den vergangenen Jahren bereits mehr als neun Millionen Hektar Regenwald gerodet, um Palmölplantagen anzubauen. Dass die Abholzung des Regenwaldes allein schon ein verheerender Eingriff in zahlreiche Ökosysteme ist, sollte klar sein, doch kommt noch hinzu, dass die Regierung speziell in Indonesien, dem am meisten betroffenen Land, damit auch Millionen Menschen die Lebensgrundlage nimmt, denn durch fehlende Aufforstung sind viele abgeholzte Flächen für die Kleinbauern nicht mehr nutzbar. Resultat ist, dass sich vermehrt Kleinbauern und Ureinwohner darüber beschweren und es schon zu einigen, teilweise auch härteren Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kam.

Zwar hat die Regierung in den vergangenen Jahren ein Gesetz entwickelt, das die wesentlichen Anbauformalien für Palmölplantagen regulieren und somit für einen Ausgleich von Industrie und Normalverbrauchern sorgen soll, die Realität zeigt aber ein ganz anderes Bild. Denn in Wirklichkeit drückt man des Öfteren die Augen zu, wenn die Regularien nicht ganz eingehalten werden, was den Unmut nicht gerade mindert. So stellt sich die Frage, wie Indonesien den Spagat zwischen der Wahrung der Menschenrechte und einem der mittlerweile lukrativsten Wirtschaftssektoren schaffen will – eine Lösung, von der beide Seiten profitieren, ist bisher nicht wirklich erkennbar.

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