Für eine Welt ohne Atomstrom

13
Okt 2010

Erdwärme – Die Energie der Zukunft

Lexikon, Zukunft

99% der Masse unseres Planeten ist heißer als 1.000°C.  Zum größten Teil besteht diese Gluthitze seit der Entstehung der Erde vor 5 Milliarden Jahren und hat sich seitdem erhalten. Außerdem wird das irdische Gestein ständig durch natürliche Radioaktivität aufgeheizt und in den oberen Schichten der Erde Sonnenwärme gespeichert. Nur ein paar tausend Meter unter der Erde befindet sich so viel Wärme, dass die Menschheit damit für die nächsten 100.000 Jahre energiepolitisch ausgesorgt hätte, und das ohne sich einschränken zu müssen.

Keine Frage, dass es sich hierbei geradezu anbietet, diese Wärme zur Energieerzeugung zu nutzen. Schließlich wird die Erwärme, oder auch Geothermie wie sie wissenschaftlich bezeichnet wird, in Verbindung mit Wärmepumpen zum Wärmen aber auch Kühlen von Gebäuden sowie zur Warmwasserbereitung eingesetzt. Hierzu werden Rohrleitungen so tief wie möglich ins Erdreich getrieben. Ein Medium fließt anschließend darin beständig von oben nach unten und nimmt auf seinem Weg Wärme auf, um diese an die Oberfläche zu tragen, wo sie direkt zum Heizen genutzt wird.

VulkanausbruchBei der Erzeugung von Energie mittels Erdwärme sind unserem Vorwärtsdrang vorläufig jedoch erschließungstechnische Grenzen gesetzt durch das beinahe undurchdringliche Erdreich. Lediglich geologische Abweichungen ermöglichen es uns, auf Erdwärme zuzugreifen, und zwar in solchen Gebieten, wo kochend heißes Flüssiggestein (Magma) die tieferen Erdschichten verlässt und nach oben steigt – also in Regionen mit aktivem Vulkanismus. Hierzu gehören Island, Teile der USA und Mexikos, Japan und andere asiatische Länder sowie Süditalien. Dort sind teilweise schon seit Jahrzehnten Geothermie-Kraftwerke in Betrieb. Diese nutzen die Erdwärme indirekt, indem sie diese in Elektrizität umwandeln. Auch die Kraft-Wärme-Koppelung, eine simultane Erzeugung von Strom und Heizkraft, kommt dort zunehmend zum Einsatz.

Zum Glück gibt es in Deutschland keine aktiven Vulkane, dank der Wärmepumpen müssen wir jedoch nicht gänzlich auf Erdwärme verzichten. Die enorme Wachstumsrate der Branche von bis zu 14% im Jahr spricht nur für deren Nutzung. Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um eine Kombination, welche fantastische Perspektiven eröffnet. Da sie zu den erneuerbaren Energien zählt, macht sie den Einsatz teurer und knapper werdender fossiler Energieträger überflüssig und belastet die Umwelt noch dazu kein bisschen. Schreitet die Verbesserung der Erschließungstechniken weiter voran, könnte Erdwärme irgendwann grundlastfähig werden und damit die Versorgung unseres Landes mit Strom zuverlässig absichern.

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