Für eine Welt ohne Atomstrom

10
Aug 2011

Ein Haus aus Plastik

Klimaschutz, Umwelt, Zukunft

PET ist eine günstige und praktische Alternative zu Glasflaschen und bietet im Alltag viele Vorteile. Doch sind die Plastikflaschen ausgetrunken, werden sie oft sorglos weggeworfen und sorgen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern für ein riesiges Müllproblem. Da liegt sinnvolles recyceln doch auf der Hand – warum also nicht ganze Häuser daraus bauen?

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Die Idee, Flaschen aus PET (Polyethylenterephthalat) als Baustoff einzusetzen wird bereits seit einiger Zeit erfolgreich in die Tat umgesetzt und bietet ungeahnte Vorteile. So ist das Material im Überfluss vorhanden. Allein in Deutschland werden jährlich 800 Millionen Plastikflaschen weggeworfen. Wenn wir die Flaschen weiterverwenden, würden wir also ganz nebenbei ein riesiges Müllproblem lösen. Zudem zeichnet sich die Flasche als Baustoff durch eine hervorragende Dämmwirkung aus, ist schwer entflammbar und außerdem erdbebensicher. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern sind die PET-Flaschen ein großes Problem, da sie die Umwelt stark verschmutzen. Ein Pfandsystem wie in Deutschland, welches den Recyclingkreislauf unterstützen würde, gibt es dort nicht. Der deutsche Andreas Froese erkannte bei einer seiner Lateinamerika-Reisen das Potential der Müllberge. Warum sollte man den Menschen, die nicht ausreichend Geld haben um sich ein Dach über dem Kopf zu leisten, nicht eine günstige Bleibe mit den herumfliegenden Flaschen verschaffen? Und das mit einfachsten Mitteln?

Froese half den Menschen sich ein eigenes Haus aus PET-Flaschen zu bauen. Alles, was notwendig war, ließ sich einfach auftreiben. Die ca. 6.000 Flaschen wurden mit Erde befüllt, um sie zu beschweren und anschließend gestapelt und mit Schnüren zusammengezurrt. Mörtel und Lehm sorgen anschließend für die notwenige Stabilität.

Übrigens lassen sich so nicht nur Häuser bauen. Andreas Froese hat mit seiner Idee mittlerweile fünfzig Bauenten realisiert. Darunter sind auch Wassertanks für 1600 oder 24.000 Liter – die verschnürte und verschmierte Konstruktion aus PET-Flaschen hält selbst hier.

Die schicke Design-Variante

Die aufwändigere Ausgabe des Plastikflaschen-Hauses hat der taiwanesische Architekt Arthur Huang erdacht. Die von ihm entwickelte Bausubstanz ist in seiner Heimat mittlerweile zum Baustoff der Zukunft geworden und stößt auch in Europa auf großes Interesse. Die Methode ermöglicht die Nutzung jeglichen PET-Abfalls, indem das Material zunächst eingeschmolzen und anschließend zu sechseckige, wabenförmige Hohlkörper gegossen wird. Durch die besondere Form entstehen so sehr stabile und energiesparende Bauten. Huang ließ daraus unter anderem den neun Stockwerke hohen “Eco Ark Pavillon” errichten, der auf der im November 2010 eröffneten internationalen Gartenschau in Taipeh zum ersten Mal präsentiert wurde. Mit dieser Methode lassen sich auch aufwändigere Wünsche und architektonisch anspruchsvolle Projekte umsetzen.

1 Kommentar
  1. [...] begrüßen.www.everyday-feng-shui.deVideo: Die Plastikflaschen-Bauweise von Eco-TecWeitere Quellen:www.gruenhausenergie.de – Ein Haus aus Plastik http://www.pm-magazin.de – Recyclen – Leere Flaschen als Ziegelersatz [...]

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