Für eine Welt ohne Atomstrom

18
Okt 2011

Earth-Bag-Building – Leben zwischen Sandsäcken

Grünes Leben, Technik

Bislang hat der Sandsack an sich ein eher schlechtes Image. Er kommt bei Flutkatastrophen und Kriegen zum Einsatz. Schließlich sollen die Sandsack-Mauern bei diesen Einsätzen Wassermassen aufhalten oder die Stellungen des Militärs befestigen. Doch es wird Zeit, den Sandsack in ein besseres Licht zu rücken. In den Tropen und in Wüstengebieten finden die gefüllten Beutel jetzt Einsatz im Earth-Bag-Building.

Schluss mit Vorurteilen

Die ausschließlich negativen Assoziationen von Krieg und Katastrophen sollten wir schleunigst beiseite schaffen. Denn Sandsäcke werden ebenso genutzt, um Menschen ein Zuhause und ein festes Dach über dem Kopf zu ermöglichen. Und dabei ist die Technik des Earth-Bag-Buildings nicht nur sehr günstig, sondern ist durch den Einsatz lokaler Rohstoffe vor allem nachhaltig. Alle benötigten Baustoffe sind schließlich rund um die Welt erhältlich und müssen daher weder aufwendig abgebaut, noch um die halbe Welt transportiert werden.

Einfach und kostengünstig

Für die Bauten werden in der Regel Säcke aus Polypropylen benutzt. Diese werden in den Tropen und in Wüstengebieten oft zum Transport von Getreide eingesetzt und sind daher ausreichend vorhanden. Ein weiterer Vorteil: Die Füllung für die Säcke findet sich praktisch direkt vor der zukünftigen Haustür. Eingefüllt wird schlicht und einfach Erde. Für einen guten thermalen Speicher bevorzugt aus dem Unterboden. Aber auch gemahlenes Vulkangestein, Perlit oder Getreidespelze können für die Sandsack-Bausteine genutzt werden. Ein weiterer Pluspunkt der Bauweise ist, dass man auf den Einsatz von Maschinen verzichten kann. Schließlich lassen sich die Säcke einfach per Hand befüllen und mit ein wenig Hilfe der Nachbarn der Dorfgemeinschaft verbauen.

Häuser wie bei den Barbapapas

Das Ergebnis der Sandsack-Baukunst wird dem einen oder anderen an die Geschichten der Barbapapas in seiner Kindheit erinnern. Die Sandsack-Häuser erinnern in ihrer Form stark an die wunderbar einfachen und runden Bauwerke dieser seltsamen Wesen. Berücksichtig man die Statik, so ist die Rundform schlichtweg die einfachste und sicherste Bauweise. Doch wer zusätzlich Verschalungen und Stangen einsetzt, dem sind in der architektonischen Ausgestaltung seines neuen Heims beinahe keine Grenzen gesetzt. Vollendet werden die Earth-Bag-Buildings schließlich durch einen Putz aus Lehm oder einer Papier-Zement-Mischung. Wer die Außenwände dann noch kalkt, der hat sich ein langlebiges und kostengünstiges Eigenheim errichtet.

Fazit: Der Sandsack ist zu unrecht als Kriegs- und Katastrophenbaustein vorverurteilt. Earth-Bag-Building macht ihn zu einem nachhaltigen Baustoff für ein günstiges und sicheres Zuhause.

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