Für eine Welt ohne Atomstrom

11
Mrz 2011

E10 ist schon out bevor es überhaupt in ist

Bio, Umwelt, Verantwortung

Eigentlich galt der neue E10-Biokraftstoff als Wunderheilmittel für unsere stete Umweltbelastung, die Millionen von Menschen, die Millionen von Auto fahrern so täglich zu verschulden haben, doch irgendwie ist alles ein wenig danebengegangen. Denn obwohl E10 gut acht Cent billiger ist als zum Beispiel Super Plus und mittlerweile an rund 15.000 deutschen Tankstellen gezapft werden kann, bleiben die Tanksäulen zumeist ungenutzt. Eigentlich sollte E10 eine gute Sache auf dem Weg zu einer ökologischen Welt werden. Aber eigentlich ist nicht die Wirklichkeit. Diese zeigt sich momentan im vorsichtigen Umgang der deutschen Autofahrer mit der scheinbar billigeren und umweltfreundlicheren Variante.

So geht der Tonus mittlerweile dahin, dass sich die Tankstellenbesitzer des Landes vehement gegen das Wunderheilmittel E10 aussprechen, nicht weil sie nicht ökologisch denken, sondern weil ihnen einfach niemand die Ware abnimmt. Die Deutschen distanzieren sich vom Kraftstoff und schwören stattdessen weiterhin auf die konservative Art des Betankens. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand und selbstverständlich in der Natur des Menschen, der selten etwas ihm Unbekanntes versucht. Generell steht E10 zwar für umweltfreundlichen Kraftstoff, aber eben auch für weniger Leistung. Zudem haben viele Autofahrer Angst, dass der neue Biosprit Gift für ihren Motor sei. Zwar handelt es sich hierbei um einen Trugschluss, denn rund 93% der auf deutschen Straßen fahrenden sowie 99% der in Deutschland hergestellten Autos sind definitiv geeignet für E10. So wirklich von E10 können wir aber gar nicht sprechen, denn der von der EU vorgegebene Ethanolanteil liegt nicht bei 10, sondern in der Regel bei 5-6 % – Betrug also. Noch ein anderes Kapitel wird leicht unter den Tisch gekehrt, denn für den Anbau sinken die Umweltbelastungen nicht, sie steigen. Energiepflanzenanbau führt zu Monokulturen, massivem Düngemitteleinsatz und Klimaschädigung. Von der benötigten Ackerfläche, die somit nicht für den Futtermittelanbau genutzt werden kann, will man gar nicht erst sprechen. Was bleibt, ist definitiv ein böser Beigeschmack und die Tendenz, dass E10 oder E5 alles in allem nicht das ist, für das es ursprünglich gehalten wurde: eine ökologische Alternative zum konservativen Kraftstoff.

Einen Kommentar verfassen