31
Okt 2011
Das Meer ringt um Luft! Der Sauerstoffgehalt unserer Meere sinkt und es entstehen riesige Todeszonen. Eine der Hauptursachen ist das starke Algenwachstum, welches durch Überdüngung und Abgase begünstigt wird. Aber auch die Klimaerwärmung trägt ihren Teil bei.
Erschreckende Ausmaße
Mehr als 535 so genannte Todeszonen haben Forscher bislang ausfindig gemacht. In diesen kleinen und großen Bereichen findet sich in tieferen Wasserschichten wenig bis gar kein Sauerstoff mehr. Mit einer Fläche von fast 250 000 Quadratkilometern sind die Todeszonen in etwa so groß wie Großbritannien. Das tückische: Die sauerstoffarmen Zonen entwickeln sich zumeist weit unterhalb der Wasseroberfläche und sind so kaum zu erkennen.
Dünger nur eine Ursache
Die Gründe für die sinkende Konzentration von Sauerstoff sind vielfältig. Natürlich ist und bleibt Überdüngung und der damit verbundene Nährstoffeintrag ins Wasser eine der Hauptursachen. Logischerweise freuen sich auch die Algen über die kräftige Portion Dünger und wachsen in der Folge schneller. Aber auch Abgase in aller Form enthalten Stickstoffe, die ins Meer gelangen und das Wachstum der grünen Pflanzen anregen. Nun ist das Algenwachstum grundsätzlich noch kein Problem. Sterben die Pflanzen jedoch ab, sinken sie nach unten und müssen zersetzt werden. Dieser Prozess verbraucht Sauerstoff. Nimmt dieser Kreislauf zu, sinkt zwangsläufig der Sauerstoffgehalt des Wassers.
Oft geschieht der Zersetzungsprozess der Algen am Grund des Gewässers, wodurch sich auch die Todeszonen auf diesen Bereich beschränken. Somit sind diese Zonen nicht gleich erkennbar. Doch wirken Wind und Strömung ungünstig zusammen, wird die stickige Brühe an die Oberfläche befördert und die Todeszonen werden buchstäblich tödlich. Denn die Folge sind massenhafte Fischsterben, wenn die Schuppentiere in ihrem natürlichen Lebensraum förmlich ersticken. Dieses Phänomen kann mit trauriger Regelmäßigkeit im Schwarzen Meer oder im Golf von Mexiko beobachtet werden.
Klimaerwärmung leistet weiteren Beitrag
Die Erwärmung des Klimas trägt ihr übriges zur Entstehung dieser gefährlichen Areale bei. Denn die steigende Außentemperatur erhöht auch die Temperatur des Wassers und man weis, dass wärmeres Wasser weniger Sauerstoff speichern kann als kaltes. Somit wird das Oberflächenwasser nur noch unzureichend mit Sauerstoff angereichert und in den tieferen Regionen kommt nur noch schwach sauerstoffhaltiges Wasser an.
Nur selten sichtbar
Zum ersten Mal für jedermann sichtbar wurde das Problem in Frankreich. Einigen dürften die Bilder des vergangenen Sommers noch gut in Erinnerung sein. Der eigentlich wunderschöne Sandstrand war plötzlich mit einer schleimigen, übel riechenden und grünen Masse überzogen. An Baden war schlichtweg nicht mehr zu denken. Schließlich ging von der schleimigen Algen-Masse eine ernst zu nehmende Gefahr aus. Der Zersetzungsprozess fand dort also nicht unter der Wasseroberfläche statt sondern am Strand. Die freigesetzten Faulgase waren so hoch konzentriert, dass zahlreiche Tiere, die sich den Algenbergen näherten, verendeten.